Das Glück der Flüchtigen

Braumüller Literaturverlag, 2013

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ISBN

978-3-99200-108-8

Genre

  1. Roman
 Zwei grundverschiedene Freunde: einer spontan, lebenskräftig, rücksichtslos, ein Getriebener; der andere zurückhaltend, vorsichtig, geduldig und treu. Wem von beiden kann das Leben gelingen? Und was geschieht, wenn beide sich in dieselbe Frau verlieben?

Ein toskanisches Ferienhaus in den 1970er-Jahren. Wir treffen den verlässlichen Imsand, den impulsiven Bänninger und dazwischen: Elena. Der eine heiratet sie, der andere setzt sich ab, in der Ho nung, „dass Liebe auf lange Sicht die Richtigen zusammenführt“. Die kommenden Jahrzehnte führen die beiden Jugendfreunde bis nach Lateinamerika, und jeder Schritt, den sie auf ihrem Weg zurücklegen, verbreitert einen rätselhaften Graben. Zunächst zwischen ihnen – bis beide bemerken, dass es der eigene Weg ist, in den sie zu stürzen drohen. Das Glück der Flüchtigen erzählt miteinander verwobene Passions geschichten über Vertrauen und Vertrauensbruch, Sexualität und Liebe, Freundschaft und Rivalität, Lebenshunger und Lebensneid. Warum ist Glück so ungerecht verteilt? Wie gelingt manchem Leichtsinnigen scheinbar alles, warum wird anderen trotz größter Vorsicht alles zum Missgeschick? Mit jeder Seite ein Buch, das die alte Frage, wie man auf der Welt leben soll, wieder neu stellt.

„Was sind wir – und wer bist du selber? Aus wechselnder Perspektive erzählt Max Dohner eine gegenwartstypische Éducation sentimentale: schamlos genau. Der Liebe, der Lust, dem Scheitern und der bitterbunten Lebendigkeit des Lebens verpflichtet.“

Prof. Georg Kohler

„Max Dohner hat einen fulminanten Roman über die Abhängigkeit in der Liebe geschrieben.“

Gerwig Epkes, SWR 2 / Nordwestschweiz

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„Ein Furioso, packend erzählt: In vielen Spielarten der Ironie begleitet der Autor seine Hauptfiguren Bänninger und Imsand auf ihrer Odyssee durch vier Jahrzehnte und mehrere Kontinente.“

Aargauer Kuratorium, Jurybericht, Dezember 2011

 

„Drei Personen erzählen von der gleichen Geschichte. Dohner verknüpft die Erzählungen zu einem Ganzen, in dem nicht nur jede Sicht die Geschichte von anderer subjektiver Seite erzählt, sondern vielmehr treibt genau das die Geschichte voran. Spannend öffnen sich vor uns Lebensläufe, die der Zufall zusammenführte: Zufall Liebe. Warum hat der eine Glück und schmeisst es sehenden Auges weg? Und der, dem man vertrauen könnte, wird nicht wiedergeliebt. Max Dohner reflektiert diese unbeantwortbare Frage auf prall gefüllten 400 Seiten. Er hat einen fulminanten Roman über Abhängigkeit in der Liebe geschrieben.“

Gerwig Epkes (SWR2) in der „Nordwestschweiz“, 22. Februar 2014

 

„Ich empfehle das Buch, und das jederzeit gerne, weil es, von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen, sprachlich überzeugt. Man wird ein Buch lesen können, das Satz für Satz gefeilt und ziseliert ist und nie verbale oder inhaltliche Peinlichkeiten und Entgleisungen hinterlässt. Dohner lotet subtil Tiefen mit Sinn für Valeurs und mit Gespür für die Nuancen des mot juste aus. Die Sprache ist konzis, wo nötig kurz, wo erforderlich auch mal ausholend, elektrisch aufgeladen, und sie imponiert durch ihr „Staccato-Legato“ mit dauerpräsentem Reichtum. Dass der Eindruck entsteht, der Autor habe sich auch ein paar leidvolle Dinge vom Leib geschrieben, ist in der Regel ein Argument gegen ein Buch. Hier nicht. Denn Dohner beherrscht sowohl den Stoff als auch das Handwerk. Da sind Emotion und Reflexion in abgewogenem Gleichgewicht. Die Tonlage bleibt sachlich unsentimental aber nicht gefühllos. Da brennen Feuer unter der Oberfläche. Da werden nicht einfach nackte Fakten erzählt und analysiert, sondern Motive und Hintergründe, Ursachen und Wirkungen vielschichtig ausgeleuchtet.“

Valentin Trentin, Literatur-Blog (www.valentin-trentin.ch), 22. Mai 2014

 

„In Imsands Teil entfaltet sich ein ‚Toskana-Melodram‘ vom Lieben übers Kreuz, von genossenem Leid, von den Qualen der Toleranz. Man kann es – das entsprechende Alter vorausgesetzt – lesen als eine parodistische Nostalgie nach dem weichlichen Denken der späten 70ern, das an seiner Freiheit litt. Marcel Imsand macht einem dann beträchtlich Freude als wehmütiger Sarkast. Aber auch er ist schon geschlagen mit einer gezierten Gespreiztheit der Rede. Dohner hat so viel gelesen, dass es locker reicht, um drei Figuren mit Metaphorik und vergleichendem Gefühlsleben auszustatten. Und er nahm nur von den Besten.“

Tages-Anzeiger, 24. April 2014

 

„Schritt für Schritt setzen sich die verschiedenen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammen. Beste Unterhaltung ist vor allem der erste Teil, in dem der griesgrämige Imsand seinen Blick auf die Gruppendynamik unter seinen Feriengästen präsentiert. Allein die bitterböse Schilderung, wie ein Brüderpaar von weitgehend talentfreien Jungfilmern Furore macht und vor Ort mit vielen willigen und leidensfähigen weiblichen Gästen einen Film dreht, lohnt die Lektüre.“

Schaffhauser Nachrichten, 19. Mai 2014

 

„Dass da einer mit handwerklichem Geschick und feinem Sensorium den Alltag seziert und das Oszillieren zwischen Lebenshunger und Lebensneid, Aufbruch und Niedergang umschreibt, ist reizvoll und lesenswert. Es mag kein Zufall sein, dass der zweite Teil des Buches in Kuba und Zentralamerika spielt, dort also, wo Dohner lange Zeit lebte. Wie immer auch der Interpretationsspielraum ausgeschöpft wird und das wirkliche Leben abbildet: Man liest das Werk gern und freut sich an der journalistisch zupackenden Art und der deskriptiven Schreibe, die hart an der Wirklichkeit operiert – und diese intim und opulent zugleich hinschmettert. Da denkt man unwillkürlich an Paul Nizons im Dreigestirn «frei, wild, zart» festgehaltene Qualitäten, die auch für Dohners Vita und Sensorium zutreffen.“

Werner Knecht, in: STANDPUNKT (Kolumne), DER TÖSSTHALER, 5. Juli 2014

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