Die sieben Alter der Liebe

Edition teamart Zürich, 2006

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ISBN

3-908126-29-0

Genre

  1. Roman
Zeit seines Daseins versucht Flavio Madur, äußerem Druck zu trotzen und dem inneren Gesetz zu folgen – zugunsten des Glücks, auf Kosten der Karriere. Vor dem Hintergrund des Wandels von der kleingewerblich-bäuerlichen Welt am Zürichsee zur anonymen Gesellschaft global operierender Unternehmen entfalten sich die amourösen Abenteuer eines geistreichen Außenseiters, dessen Geschick die Geschichte ein und derselben frühen Prägung darstellt – einer romantischen Prägung zwischen Eros und Thanatos.

Die Verwerfungen beginnen, als der geplagte Knabe sich in Schneewittchen verliebt. Eine Globetrotter-Göre raubt dem ausgebüxten Teenager in London die Unschuld, während sie mit ihrem Daddy telefoniert. Nach einem Totschlag findet der Schulversager Zuflucht bei einer zehn Jahre älteren Italienerin. Desillusioniert wird Madur TV-Comedy-Schreiber und lernt eine junge Autistin kennen – was ihm einen Schlaganfall beschert und das Herz raubt. Als alternder Ausstellungsmacher hat er noch eine Affäre mit der Kuratorin des Sepulkralmuseums in Kassel. Schließlich erfüllt ein greiser Anwalt den letzten Willen Madurs, der mit 57 Jahren stirbt.

Ein Roman von Verspielt- und Versponnenheiten des Lebens und den Fährnissen der Liebe, vom Wunder des Weiblichen und von Begegnungen, die viel früher eingefädelt werden, als sie sich dann ereignen.

Pressestimmen

Max Dohner kann Geschichten erzählen, lustvoll und stringent in der Logik der Abläufe, obschon sich diese dem Leser mit flüchtigem Zugriff nicht sogleich eröffnet. Und er tut es mit detailgetreuer Liebe zur authentischen Wiedergabe der Handlung und der antreibenden Gefühle in ungeschönter, ungeglätteter, unverfremdeter, Satz für Satz durchgestalteter Sprache. Es genügt schon, ein zwei Sätze zu lesen, um erkennen und belegen zu können, dass Dohner das Zeug zum Prosaautor hat, der aus dem Brei des weit verbreiteten Mittelmasses herausragt, und der nicht wie andere nach der Gunst des Publikums schielt. Dohner hat Analyse und Poesie, sense and sensibility, von mir aus auch Verstand und Gefühl, in den ‚Sieben Altern der Liebe‘ in ein aussergewöhnliches Buch zu einem Prosadramolett verwoben, von dem ich jederzeit sagen werde, es lohnt sich, es immer wieder zu lesen.

Valentin Trentin, Blog „Kritikon“, 15. September 2012

 

Sieben teils tragische, teils komische Liebesgeschichten bestimmen das Leben von Flavio Madur. Die amourösen Abenteuer sind die einzige Struktur in Madurs Leben. Max Dohner erzählt in seinem ersten Roman witzig, geistreich, auch skurril und schmutzig. Es sind Liebesgeschichten – es ist aber auch eine Geschichte über den Wandel der Gesellschaft seit den 60er Jahren.
SONNTAGS-BLICK/SIE+ER, 7. Januar 2007
Es geht bei Dohner nicht immer so kosmonautisch zu wie im Sepulkralmuseum, wenn Mann und Frau aufeinander treffen, jedoch ähnlich erlesen und kompliziert jedes Mal.

DER BUND, 16. September 2006

Max Dohner galt bis diesen Herbst als begnadeter Journalist und Glossenschreiber. Jetzt ist ihm mit seinem ersten Roman ein poetisches Stück Schmerz und Glück gelungen. Dohner hat sich einer poetischen Sprache verpflichtet, ohne blumig zu werden. Das kommt dem Roman insbesondere auch in seinen heissen, gewagten Passagen zugute, die sich naturgemäss auf jenem schmalen Grat zwischen Erotik und Pornographie bewegen, auf dem schon so mancher die Balance verloren hat. Die Kunst des Ausdrucks verhindert bei Dohner auch in diesem Bereich Billigkeit und Peinlichkeit.
BIELER TAGBLATT, 13. Dezember 2006

Schicht um Schicht erfährt der Leser mehr über die Hauptperson. So merkwürdig die Handlung des Buches wirkt, so stringent wird jeder Erzählstrang mit einem anderen zusammengeknüpft, sodass schliesslich ein Ganzes entsteht. Und das ist es, was gute Literatur von mässiger unterscheidet. Was Dohner erzählt, trifft mitten ins Herz.
SCHAFFHAUSER NACHRICHTEN, 23. November 2003

Wir finden starke Porträts im Buch. Etwa den Freund aus Flavios Kindheit, Christian Anderhub. Leise Wehmut durchzieht den Roman. Der Protagonist und der Autor, sie wehren sich gegen die Zumutungen der Jetztzeit – mit der Erinnerung an unverbrauchte Eindrücke. Etwa das Bild der Grossmutter, eine anrührende Figur: Sie füllte Kirschsteine in Säckchen, erhitzte sie am Ofen und tat sie dem Knaben zur Nacht ins Bett.

NEUES DEUTSCHLAND, Berlin, 23. November 2006

Skurril, aufwühlend, schmutzig und gleichzeitig voller Charme und Witz. Die Bilder faszinieren in ihrem Detailreichtum. Da sticht einem der muffige Geruch von Madurs feuchter Schlafkammer im Kosthaus für Fabrikarbeiter in die Nase, genauso plastisch, wie später das Auge durch die spätnächtliche Bar beim Giardino di Boboli streift. Am Schluss verschmelzen die Fragmente aus Bildern, Geräuschen und Gerüchen zu einem Lebensverlauf, in dem alles so sein musste, wie es war.
ZÜRCHER LANDZEITUNG (Unterländer/Oberländer), 2. Dezember 2006
Kein bewahrenswertes Dasein, gäbe es nicht eine zweite Biographie: die erotische Lebensbahn des Flavio Madur. Rückschauend teilt er mit dem Leser seine Affären. Schöpfer dieser eigenwillig-vielschichtigen Geschichte ist Max Dohner, ein Prosaautor und Journalist aus Aarau. Geboren wurde er, gleich dem Helden seines Romans, am Zürichsee.
ZÜRICHSEE-ZEITUNG, 22. November 2006
Es finden sich vielgestaltige Porträts, mit eigenem Strich gezeichnet. Dohner erzählt in hohem Ton, ohne Scheu vor Pathos. Das Buch ist reich an Metaphern. Bisweilen sind die Bilder schön und treffend, bisweilen wuchern sie – viel Glanz und Duft, viel Dekor.
MITTELLAND-ZEITUNG/AARGAUER ZEITUNG, 5. Oktober 2006

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